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Was bedeuten Reisewarnungen und die Konsequenzen?

Reisewarnungen werden vom Auswärtigen Amt ausgesprochen und können Einfluss auf die Urlaubsplanung nehmen. Nicht immer sind sie ein Stornierungsgrund. Erfahren Sie mehr über Ihre Rechte als Reisender und die Bedeutung der unterschiedlichen Reise- und Sicherheitshinweise.

In welchen Fällen kommt es zu Reisewarnungen?

Kriegerische Auseinandersetzungen, Naturkatastrophen oder instabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse in einem Land sind Gründe für Reisewarnungen. In manchen Fällen genügt schon die Annahme, dass eines der genannten Ereignisse kurz bevorsteht, um eine Reisewarnung zu erteilen. In Deutschland geschieht dies durch das Auswärtige Amt (AA) und nur, wenn eine akute Gefahr für Leib und Leben der deutschen Staatsbürger angenommen werden muss.

Was bedeuten die Hinweise des Auswärtigen Amtes im Einzelnen?

Reisewarnungen, zum Beispiel für Ägypten

Reisewarnungen, zum Beispiel für Ägypten

Das Auswärtige Amt unterscheidet drei Arten von Reise- und Sicherheitshinweisen anhand ihres Gefahrenpotenzials: Reisehinweise, Sicherheitshinweise und Reisewarnungen.

  • Reisehinweise: Hierbei handelt es sich um allgemeine aktuelle Informationen hinsichtlich der Einreisebestimmungen eines Landes inklusive rechtlicher Besonderheiten bei Straftaten und Zollbedingungen sowie medizinischer Hinweise.
  • Sicherheitshinweise: Damit wird auf mögliche akute Risiken für deutsche Reisende und Deutsche, die in dem betroffenen Land leben, hingewiesen. Die Empfehlungen reichen von Reiseeinschränkungen bis hin zu einem kompletten Reiseverzicht.
  • Reisewarnungen: Sie sind ein dringender Appell der Behörde, Reisetätigkeiten in einer Region oder einem Land zu unterlassen, da Gefahr für Leib und Leben besteht. Im Ausland lebende Deutsche können gegebenenfalls zur Ausreise aufgefordert werden.

Auswärtiges Amt: Die Reisewarnung und weiterführende Informationen

Reisewarnungen sowie Reise- und Sicherheitshinweise spiegeln immer nur eine Momentaufnahme wider. Es wird keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernommen. Des Weiteren wird eine Haftung für entstehende Schäden ausgeschlossen. Dem Reisenden selbst obliegt die Verantwortung, eine Reise durchzuführen oder nicht. Die Empfehlungen des AA sind aber unbedingt zu beachten. Das gilt auch im Falle besonderer Rechtsvorschriften im jeweiligen Reiseland, die sich ohne das Wissen der Behörde jederzeit ändern können. Ferner weist das AA darauf hin, dass der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung mit Rückholgarantie notwendig ist, um die Kosten für eventuell erforderliche Hilfsmaßnahmen abzudecken. Diese werden nach den Bestimmungen des Konsulargesetzes jedem Betroffenen persönlich in Rechnung gestellt.

Informieren Sie sich in jedem Fall vor Ihrer Reisebuchung beim AA über Hinweise zu aktuellen Reisewarnungen in Ihrem gewünschten Urlaubsziel.

Sind Sicherheitshinweise und Reisewarnungen ein Stornierungsgrund?

Reisewarnungen bei Unwetter

Reisewarnungen bei Unwetter

Erst, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht, bietet die Reisebranche Stornierungsmöglichkeiten an. Bei Sicherheitsweisen in der Regel nicht, denn Touristiker interpretieren diese nur als Verhaltenshinweise in dem jeweiligen Land. Obwohl Reisewarnungen rechtlich bindend sind, da es sich um sogenannte „Höhere Gewalt“ handelt, gibt es keine grundsätzliche Gewährleistung für eine kostenfreie Stornierung. Das wird (von Gerichten) damit begründet, dass eine Reisewarnung plötzlich kommen muss. Für Mali beispielsweise besteht seit über 15 Jahren eine Reisewarnung, daher stellt sie in diesem Fall keinen Rücktrittsgrund dar. Der Reisende ist also in der Pflicht, sich selbst vor der Reisebuchung über die Verhältnisse in seinem gewünschten Urlaubsziel zu informieren.

Dennoch verweisen Juristen darauf, dass eine kostenfreie Kündigung eines Reisevertrags auch ohne ausgesprochene Reisewarnung möglich ist. Das Gesetz ist in diesem Punkt nicht eindeutig, da lediglich die Rede davon ist, „(…) dass die Reise erheblich erschwert, gefährdet oder beeinträchtigt werden muss.“ Warnungen oder Hinweise des Auswärtigen Amtes werden gar nicht erwähnt. Es ist folglich rechtlich falsch zu sagen, dass eine Reisewarnung die Voraussetzung für eine Kündigung der Reise ist. Dieses Recht muss der Reisende manches Mal vor Gericht erstreiten. Richter entscheiden dann darüber, wie sich die konkrete Situation vor Ort zum Zeitpunkt der Stornierung darstellte.

Generell verhalten sich aber viele Reiseveranstalter wie auch unsere Partnerportale TUI oder Neckermann Reisen sehr kulant im Bezug auf die Stornierungswünsche ihrer Kunden. Selbst bei Sicherheitshinweisen bieten viele eine kostenlose Umbuchung in eine andere Destination an.

Wie verhalte ich mich bei einer Reisewarnung für mein Urlaubsziel?

Reisewarnungen für Städte

Reisewarnungen für Städte

Nehmen Sie mit Ihrem Reiseveranstalter (RV) Kontakt auf und loten Sie die Möglichkeiten der Stornierung oder Umbuchung aus. Bietet Ihnen der RV eine kostenlose Umbuchung für denselben Reisezeitraum, Reisepreis und die Reiseart an, dann nehmen Sie diesen Vorschlag an. Entspricht dieser nicht den genannten Kriterien, lehnen Sie schriftlich per Brief oder Fax mit der genauen Angabe der Gründe ab. Werden Sie zur Zahlung von Stornierungsgebühren aufgefordert, leisten Sie diese nur unter Vorbehalt. Zumeist sind Reiseveranstalter aber darauf bedacht, ihre Kunden nicht zu verlieren, und finden gemeinsam mit Ihnen eine zufriedenstellende Lösung für beide Seiten. Die Sicherheit hat schließlich oberste Priorität.

Reisewarnungen: Was passiert, wenn man bereits vor Ort ist?

Im Extremfall befinden Sie sich zu dem Zeitpunkt, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht, schon im Urlaubsland. Dann haben Sie das Recht die Reise abzubrechen und nach Ihrer Rückkehr eine Teilerstattung des Reisepreises zu verlangen. Eine komplette Rückerstattung ist nicht möglich, da der RV seinerseits das Recht hat, für bereits erfolgte Leistungen wie den Hinflug und die verbrachten Urlaubstage im Hotel Geld zu fordern. Sind die Kosten für den geplanten Rückflug höher, übernehmen die meisten RV die Differenz. Ein offizieller Anspruch besteht aber nur auf 50 Prozent der Mehrkosten.

Sich im Vorfeld mit den Reise- und Sicherheitshinweisen des AA und den Konditionen des RV zur Stornierung auseinanderzusetzen hilft Ihnen, in der Situation souverän zu reagieren.

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