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North Sentinel Island: Eine der gefährlichsten Inseln der Welt

Es gibt wohl kaum von Menschen bewohnte Orte, die derart von der Zivilisation abgeschnitten sind wie die North Sentinel Island am Rand des Indischen Ozeans. Nur wenig ist über die zu den Andamanen gehörende Insel bekannt. Und das hat einen guten Grund: Die Sentilesen, laut Schätzungen etwa 50 an der Zahl, verweigern jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Wer sich ihrer Heimat nähert, begibt sich in akute Lebensgefahr. Vor Kurzem wurde das durch den Fall John Chau deutlich. Der Amerikaner wagte trotz strikten Verboten die Reise zu der Insel – und kam laut Augenzeugen in einem Pfeilhagel ums Leben. Ein ebenso grausamer wie erwartbarer Zwischenfall.

Verbote zum beiderseitigen Schutz

Ob Kolonialbeamte, Forscher oder, wie im jüngsten Fall, wagemutige Abenteurer – wer einen Fuß auf North Sentinel Island setzen will, muss mit äußerst aggressiven Ureinwohnern rechnen. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gab es immer wieder Versuche, mit dem Volk in friedlichen Austausch zu treten. Bis auf wenige Ausnahmen scheiterten alle. Die Sentilesen sehen sich von allem Fremden bedroht, weshalb der indische Staat ein Gesetz erlassen hat, gemäß dem sich niemand der Inseln nähern darf. Und das auch zum Schutz der Bewohner. Da diese seit über 60.000 Jahren völlig isoliert leben, könnten Besucher vermeintlich harmlose Krankheiten einschleppen, auf die das Immunsystem der Sentilesen keine Antwort hat.

Diese Umstände machen North Sentinel Island zu einem der letzten großen Geheimnisse auf der Erdoberfläche. Bis Kultur und Lebensweise der Sentilesen erforscht werden können, dürften noch Jahrzehnte, Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende vergehen. Bis dahin bleibt die Insel im Golf von Bengalen vor allem eines: einer der gefährlichsten Orte der Welt.

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