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Jeju Island: Von der Grusel- zur Honeymoon-Insel

Flitterwochen auf den Malediven, an den Niagarafällen oder in Paris. Honeymooner zieht es an romantische und wunderschöne Orte. Auch die südkoreanische Insel Jeju Island wird bei frisch Vermählten immer beliebter. Dass auf der Insel der Schatten einer dunklen Vergangenheit liegt, wissen die wenigsten.

Zwischen den weißen Traumstränden und romantischen Sonnenuntergängen würde man nicht auf die Idee kommen, dass Jeju Island Schauplatz eines Dramas war, das die koreanische Regierung angeblich für 60 Jahre zu vertuschen versuchte. 1947 ruft die Südkoreanische Arbeiterpartei zu Protesten gegen das Regime auf. Polizei und Armee gingen teils brutal dagegen vor.

Ein Schleier des Schweigens

Um die Aufständischen im Landesinnern zu isolieren, wurden alle Dörfer, die mehr als vier Kilometer von der Küste entfernt waren, dem Erdboden gleichgemacht. Todesurteile und Erschießungen waren die Folge. Ein Sammelgrab soll sich direkt unter der Landebahn des hiesigen Flughafens befinden. Mit der Aufarbeitung hat man erst in den 80er Jahren begonnen, davor legte die Regierung ein Schleier des Schweigens über die Geschehnisse.

Einige der Schauplätze können Touristen heute sogar besuchen. Das Dorf Gonul-dong – oder zumindest das, was davon übrig ist – gehört dazu. Aber auch Höhlen, in denen sich Aufständische versteckten sind Ziel vieler Urlauber, die etwas über die Insel-Geschichte erfahren wollen.

Romantische Plätze, wie der „Love Land“-Park für Verliebte, bekommen unter diesem Licht betrachtet doch einen etwas bitteren Beigeschmack.

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