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Burj Al Babas: Warum niemand in der Geisterstadt aus Schlössern wohnt

Ein Königreich für ein Türmchen – oder 732. Genauso viele ragen in der türkischen Provinz Bolu in den Himmel. Märchenhaft sollte die Retortenstadt Burj Al Babas werden, einzigartig, traumhaft. Doch der Traum von der Schlösserstadt im türkischen Gebirgstal platzte wie Seifenblasen.

2014 startete das Projekt „Burj Al Babas“. Es sollte eine Siedlung entstehen, die ganz im Zeichen der Disney-Romantik steht. Statt stupide einen grauen Kasten neben den nächsten zu stellen, wurden identische Mini-Schlösser aus dem Boden gestampft. Ein Neuschwanstein für jedermann zu einem Stückpreis von 400.000 bis 500.000 Dollar, ein Schnäppchen für den Traum vom eigenen Schloss. 351 Immobilien wurden verkauft, doch das reichte nicht, um die Stadt fertigzustellen.

Denn das Bauunternehmen Sarot Group blieb auf Forderungen von rund 7,5 Millionen Dollar sitzen und musste Gläubigerschutz beantragen, was das vorzeitige Ende der Traumstadt bedeutete. Nach Angaben des Bauherren würde schon der Verkauf von 100 weiteren Objekten helfen, um dem Projekt wieder neues Leben einzuhauchen.

Einen Gewinner in der ganzen Geschichte gibt es aber doch: Die Nachbarstadt Mudurnu bewirbt sich derzeit um den Status zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Bewohner sehen nun, da der starke Kontrast zur künstlichen Märchenstadt nicht mehr besteht, bessere Chancen für ihre Altstadt, den Status zu holen.

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